Rückblick auf den Vorgänger des berühmten Porsche 911

Porsche 356 aus dem Jahr 1950

1950er Porsche 356 „vor A“ (Fahrgestellnummer 5047) aus Gmünder Produktion

Bevor der Porsche 911 seinen ersten Auftritt auf der Porsche-Bühne hatte, sorgte bereits 1948 der Porsche 356 für Aufsehen. Genau 50 Jahre ist es nun her, dass die Produktion des 356 eingestellt wurde. Ein Grund dieses außergewöhnliche Kind aus dem Hause Porsche mit einer Ausstellung in Hamburg zu würdigen.

Der wahre Held unter den Porsche

Zwar halten viele Leute den Porsche 911 für den Star unter den Sportwagen aus dem Hause Porsche. Seit 1964 ist dieses Modell natürlich auch unverkennbar eine Schönheit mit seiner nach unten gezogenen Fronthaube, den erhöhten Radkästen und den runden Frontscheinwerfern. Allerdings ist der 911er nicht der erste sportliche Porsche. Der 356er, der 1948 mit einem Design von Erwin Komenda in Serie ging, trug den Porsche-Schriftzug mit Würde. Bis vor 50 Jahren liefen insgesamt 76.302 Fahrzeuge dieser Klasse vom Band und legten den Grundstein für den Markenerfolg. Zum 50. Jahrestag der Produktionseinstellung zeigt das Automuseum Prototyp in der HafenCity von Hamburg zwölf der interessantesten Modelle des Porsche 356 in einer Sonderausstellung.

Interessante Geschichten rund um den Porsche 356

Auf der Prototyp-Ausstellung werden neben den zwölf Fahrzeugen natürlich auch Konstruktionsfakten, PS-Zahlen und interessante Geschichten rund um den 356er preisgegeben. Beispielsweise ließ ein Besitzer seinen hellgrauen 356er im österreichischen Gmünd leuchtendrot lackieren, um besser gesehen zu werden. Jedoch wurde ein Stier durch die rote Farbe so gereizt, dass der den 356er auf die Hörner nahm. Also wurde der Gmündsche Porsche wieder in seine Originalfarbe zurückversetzt und kann nun in der Ausstellung bewundert werden. Ebenfalls ausgestellt wird das älteste, in Deutschland gebaute Modell des 356ers sowie der so genannte „Gläser-Porsche“, von dem nur 243 Cabrio-Exemplare im Oberpfälzer Gläser-Werk gebaut wurden.

Zu langsam für den sportlichen Erfindergeschmack

Die ersten 356er konnten mit einem 40-PS-Volkswagen-Motor und einer Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h den Vorstellungen von einem rassigen Sportwagen auf Dauer nicht entsprechen. 1955 kam daher der erste 356er Carrera Panamericana mit 110 PS, 780 kg Gewicht und einer Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h an den Start. Das legendäre, abgerundete Komenda-Design änderte sich 1960, als der 356 B Carrera GTL Abarth mit einer länger gestreckten, kompakteren und aerodynamisch optimierten Karosserie entstand. Schließlich nahm der 356er bei vielen Rennen wie dem 24 Stunden von Le Mans teil. Diese rasante Schnelligkeit wurde damals auch von der Autobahn-Polizei bei der Verfolgung von Rasern geschätzt. Das 356er C 1600 Cabriolet der Polizei brachte satte 195 km/h auf die Straße. Allerdings beendete diese Sonderversion 1966 mit zehn Polizei-Porsche für die Niederlande die Produktion dieses Modells. Im Automuseum Prototyp in Hamburg können Porsche-Liebhaber diese Meilensteine der Porsche-Geschichte noch bis zum 27.03.2016 hautnah erleben.

Foto: © Ra Boe / Wikipedia

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