Herbst 2015: Rosige Zeiten für Porsche

Dr. Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender Porsche AG

Dr. Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender Porsche AG

Oliver Blume, der neue Chef bei Porsche, führt das Unternehmen auf Erfolgskurs und hat seine Feuertaufe schon bestanden.

Während VW-Chef Matthias Müller in Wolfsburg für die 600.000 Mitarbeiter schwere Zeiten ankündigte, schwimmt der Zuffenhausen Autobauer Porsche auf einer Erfolgswelle. Seit 1. Oktober 2015 ist Oliver Blume neuer Chef bei Porsche und schon jetzt hat er Skeptiker überrascht. Blume schaffte es rechtzeitig, den Geländewagen Macan an den Start zu bringen und wurde dafür mit dem Chefposten belohnt. Natürlich gingen der Entscheidung Umstrukturierungen voraus. Blume profitierte davon, doch er kann auch etwas vorweisen.

Vom Produktionschef zum Vorstandsboss
Schon als Produktionschef legte Blume größten Wert auf Teamarbeit und konnte damit neue erfolgreiche Projekte realisieren. Zu früheren Zeiten hatte Betriebsratsvorsitzender Uwe Hück hauptsächlich die Aufgabe, von der Belegschaft unzumutbarer Dinge fernzuhalten. Jetzt allerdings hat sich das Blatt gewendet und Hueck präsentierte Oliver Blume einen ganzen Katalog an Forderungen wie neue Arbeitszeitregelung, bessere Qualifizierung und Kündigungsausschluss. Es kam zu einer Einigung ohne großes Tamtam, die dem Unternehmen dennoch Kostensenkungen ermöglicht. Erst im Januar gab es noch Stress wegen der Verlängerung des Vertrages zur Standortsicherung. Der ist jetzt vergessen.

Blume und Hück harmonieren besser
Blume und Hück liegen offensichtlich auf einer Wellenlänge, was man von der Beziehung zwischen Wedekind und dem Gewerkschafter nicht gerade behaupten kann. Auch wenn Blume den Eindruck von Distanziertheit vermittelt, ist er keineswegs unbeteiligt. Porsche Mitarbeiter beschreiben ihn als bodenständigen, umgänglich und frei von Dogmen. Als engagierter Fußballer setzt er sich auch fürs Team ein, was heute wichtiger ist denn je. Blume ist ein Macher, der bereits jetzt mit dem Geländewagen Macan die Feuertaufe bestanden hat. Er ist genau der lösungsorientierte Typ, mit dem Betriebsratschef Hück klarkommt.

Seit Anfang 2013 arbeitete der gebürtige Braunschweiger Blume als Produktionschef bei Porsche. Sein Aufgabengebiet bezeichnete der frühere Vorstandschef Wedekind überwiegend als „positive Probleme“, als da wären Erweiterungen, neue Fahrzeuge, Steigerung der Produktion und Neubauten. Schon im ersten Jahr kümmerte sich der smarte Anzugträger Blume um den Produktionsstart des Macan und des spektakulären 918 Spyder. Für die errichtete man am Standort Zuffenhausen sogar eine eigene Manufaktur. Aktuell werden hier ein neues Motorenwerk und künftig auch ein neues Karosseriewerk gebaut. Auch das Paradepferd 911 wurde auf der IAA in einer überarbeiteten Fassung vorgestellt. Im Mai wollte der Konzern Blumes Vertrag auf alter Position vorzeitig um fünf Jahre verlängern, was nun hinfällig geworden ist. Während der Mutterkonzern durch den Abgasskandal vor einem Scherbenhaufen steht, sind die Perspektiven für Porsche in jeder Hinsicht bestens.

Foto: (c) porsche

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